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Gemeinnützige Stiftung kann Unternehmen und Familie langfristig einbinden

Thorsten Klinkner,

Seit 190 Jahren existiert die süddeutsche Gabler-Saliter-Bank. Vor knapp 30 Jahren errichtete ein Nachfahre des Bankgründers die Stiftung der Familie Gabler, die sich ausschließlich karitativ im Allgäu und der Region Schwaben betätigt. Daran können sich vor allem mittelständische Unternehmer orientieren, die sich karitativ engagieren wollen. Die eigene gemeinnützige Stiftung schafft dafür eine attraktive Alternative.

Die Gabler-Saliter-Bank aus dem bayerischen Obergünzburg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die dokumentierte Tradition der Familie Gabler als Privatbankiers beginnt, als Johann Michael Gabler (1794 bis 1862) in seinem „Schreibbuch“ im Jahr 1828 den ersten Schuldner verzeichnet, wie das Unternehmen auf der Website mitteilt. Bis heute befindet sich das Bankhaus in Familienhand und geht dem „über Jahrhunderte und Generationen gewachsenen Geschäft im Allgäuer Raum, der professionellen und diskreten Betreuung vermögender Kunden und der Erstellung von maßgeschneiderten kurz- und mittelfristigen Finanzierungslösungen für anspruchsvolle Unternehmer und Investoren“ als den drei Geschäftsfeldern nach. Aktuell führen die fünfte und sechste Generation die Geschäfte, die siebte Generation stehe bereits bereit. Die Bank ist als Aktiengesellschaft vollständig in Familienhand.

1990 hat Rupert Gabler, ein Abkömmling des Gründers, die Stiftung der Familie Gabler gegründet.
Diese verfolgt rein gemeinnützige Zwecke mit dem Fokus auf die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft. „In der über zweieinhalb Jahrzehnte andauernden Stiftungshistorie konnten wir durch die Verleihung einer Vielzahl von attraktiven Preisen Künstler, Wissenschaftler, Initiativen und Einrichtungen fördern. Der Dichte an herausragendem Kulturgut und der Verbundenheit der Familie zur Region geschuldet, liegt unser Hauptaugenmerk dabei auf dem Allgäu und der Region Schwaben.“ Jahr für Jahr fließen Mittel der Stiftung von bis zu 40.000 Euro in die Förderung der Region, wie es heißt. Das Prestigeprojekt ist laut der Einrichtung der mit 10.000 Euro dotierte „Große Kulturpreis“ der Gabler- Stiftung, mit dem bislang vor allem in Süddeutschland bekannte Persönlichkeiten wie der Kabarettist Maxi Schafroth (2016), der Maler Werner Specht (2015), das Autoren-Duo Kobr & Klüpfel (2013) und der Schrottkünstler Peter Müller (2012) ausgezeichnet worden sind.

Mit dem alteingesessenen Bankhaus ist die Stiftung insofern verbunden, als dass Manager und Aufsichtsräte des Unternehmens auch Funktionen in der gemeinnützigen Stiftung wahrnehmen. Durch Stefan Gabler, Vorstand der Gabler-Saliter-Bank, und Fritz R. Gabler, Vorstandsassistent und Aufsichtsrat, ist die familiäre Kontinuität der Stiftung gewahrt. Vervollständigt wird der Vorstand durch Kurt Hilmer, ehemals Prokurist des Babynahrungsherstellers Töpfer GmbH, der dem Bankhaus gehört, und den Obergünzburger Notar Werner Hofmann. Ebenso wird das Stiftungsvermögen von der Gabler-Saliter-Bank verwaltet.

Die Bankiersfamilie geht mit ihrem Engagement einen Weg, der in Deutschland in den Augen der Öffentlichkeit häufig ausschließlich hochvermögenden Persönlichkeiten und Familien höchster wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung zugeschrieben wird. Als wenige Beispiele seien nur die Robert Bosch Stiftung, die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung gGmbH oder auch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung genannt. Die Gabler-Stiftung zeigt, dass auch gewachsene mittelständische Unternehmerfamilien mit einem Stiftungsvermögen, das aus der unternehmerischen Ertragsquelle in die gemeinnützige Organisation geflossen ist, karitativ tätig werden können. Engagement ist keine Frage der Größe, sondern des Wollens und Tuns. Die gemeinnützige Stiftung unterstützt, pflegt, behütet und setzt die ganz persönliche Idee von einer Verbesserung der Welt des Stifters mit den individuellen Mitteln um. Es sind hierbei keine Grenzen gesetzt, und alles geschieht nach dem freien Willen und Wohlwollen des Stifters.

Dabei hat die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung auch praktische Effekte für den Stifter. Neben der steuerlichen Begünstigung der Dotierungen (diese sind vollständig über zehn Jahre abzugsfähig) erwirbt ein Stifter, gerade auch in Verbindung mit einem operativ tätigen Unternehmen, hohe Reputation. Das wirkt sich positiv auf die Zukunft des Geschäfts und der persönlichen gesellschaftlichen Rolle aus. Die gemeinnützige Stiftung kann sich daher als attraktive Alternative für langfristig denkende Unternehmerfamilien herausstellen, um eine spezifische Gedankenwelt dauerhaft in der Öffentlichkeit zu etablieren und den freien Stifterwillen nach außen zu tragen.

Thorsten Klinkner ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der UnternehmerKompositionen GmbH. Als Rechtsanwalt und Steuerberater ist er ausschließlich auf die Begleitung von Stiftern und Stiftungen spezialisiert. Er entwickelt für Unternehmerpersönlichkeiten und vermögende Familien individuelle Stiftungs-Strategien und schafft branchenübergreifend zukunftsorientierte Eigentümerstrukturen.

Weitere Stifterbriefe können Sie hier lesen.