Es gibt eine gute Faustregel für alle Organisationen, die sich überwiegend mit Hilfe von Fördermitteln und Fundraising finanzieren: Wer langfristig überleben möchte, sollte sich niemals nur auf einen Förder- bzw. Fundraisingbereich oder sogar nur auf ein Förderprogramm verlassen.
Darum ist z. B. Vorsicht geboten, wenn Sie sich klassisch betriebswirtschaftlich ausgebildete Unternehmensberater:innen ins Haus holen, weil u. a. Ihr Fördermittel- und Fundraisingumfeld gegenwärtig schwieriger geworden ist. Nicht selten geht die Beratung in die folgende Richtung: Fokussieren Sie sich auf die Bereiche, die Sie am besten können, und nutzen Sie die Förderung, die die Arbeit in Ihrem Haupttätigkeitsfeld möglichst optimal unterstützt. Kurzfristig kann das sogar ganz gut funktionieren, aber mittel- und langfristig (wenn die Berater:innen schon lange weitergezogen sind) ist dieser Rat ein recht sicherer Weg in den Untergang.
Der etwas schwierigere und aufwändigere Weg hilft dagegen, Durststrecken zu überstehen und Zeiten mit rückläufigen Einnahmen zu meistern. Für viele Organisationen gehört darum mittlerweile eine gut ausgestattete EU-Fördersäule zu einem ausgewogenen Finanzierungsmix dazu. Das aus gutem Grund. EU-Förderungen fließen seit Jahrzehnten verlässlicher als nationale Mittel und sie sind über mehrere Jahre hinweg einsetzbar. In nationalen Förderlandschaften sorgen vergleichsweise kurze Wahlzyklen und einjährige Haushaltsperioden für Unsicherheit: Ein Regierungswechsel kann selbst zugesagte Mittel ins Wanken bringen, und kurzfristig bewilligte Gelder müssen oft hastig noch vor Jahresende ausgegeben werden.
Bei der EU ist das anders: Siebenjährige Haushaltsperioden geben deutlich mehr Planungssicherheit. Darum ist es sinnvoll, jetzt die richtigen Weichen für die kommende EU-Förderperiode von 2028 bis 2034 zu stellen und gleichzeitig noch bis Ende des Jahres 2027 von den umfangreichen Mitteln, die Brüssel noch in der aktuellen Förderperiode zur Verfügung stellt, zu profitieren. Wir bei emcra haben vor ca. vier Wochen z. B. einen EU-Förderantrag eingereicht. Sollten wir eine Förderzusage bekommen, dann wird die Finanzierung für dieses Projekt zu 100 % aus dem EU-Förderbudget der laufenden EU-Finanzperiode bestritten, obwohl die dreijährige Projektlaufzeit mit einem geplanten Projektende im August 2029 weit in die neue Förderperiode hineinreicht (mehr dazu unten bei #emcra).
Fazit: Wer langfristig neben nationaler Förderung auch auf EU-Mittel setzt, handelt nachhaltig und im Sinne der eigenen Organisation verantwortungsbewusst.
An dieser Stelle haben wir bereits vor einigen Monaten über die Vorschläge der EU-Kommission für die Finanzperiode ab 2028 berichtet. Heute setzen wir unsere Fördertippserie zur kommenden EU-Förderperiode fort. EU-Einsteiger:innen finden hier eine erste Orientierung zu den drei zentralen EU-Fördermittelbereichen. Diese Basiskenntnisse zu den wichtigsten EU-Förderbereichen sind wichtig, um die bestehenden und zukünftigen Chancen, die Europa bietet, besser einordnen zu können.
Fördermittel-Symposium Köln: Wo Wissen auf Wirkung trifft!
Sie möchten wissen, welche Fördermöglichkeiten aktuell wirklich relevant sind – und was sich am Horizont abzeichnet? Dann ist das Fördermittel-Symposium von der EU-Fundraising Association e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Fundraising Verband e. V. genau Ihr Tag!
Von Bundes- und Landesprogrammen über EU-Instrumente bis hin zu Stiftungen und Soziallotterien werden Sie hier auf den aktuellen Stand der Förder- und Fundraisingwelt gebracht. Sie erfahren, welche Trends die Förderlandschaft prägen, wo neue Schwerpunkte entstehen und wo sich konkrete Spielräume für Ihre Projekte eröffnen. Sie treffen Fördergeber, Expert:innen und Praktiker:innen persönlich. Stellen Sie Ihre Fragen, werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen von Entscheidungsprozessen und knüpfen Sie Kontakte, die Sie wirklich weiterbringen.
Ein Tag voller Orientierung, Austausch und strategischer Impulse – kompakt, praxisnah und bestens vernetzt.
Organisatorisches:
Wann? 06. Mai 2026, 09:30 – 16:30 Uhr
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Für weitere Infos schauen Sie gerne auf die Event-Website, in das LinkedIn-Event oder direkt ins Programm.
Bis zum geplanten Start der neuen EU-Förderperiode 2028–2034 vergehen noch etwa 21 Monate. Zeit genug, sich angemessen vorzubereiten und sich ein erstes Bild über die Chancen zu machen, die die EU Ihrer Organisation aktuell und in der Zukunft zu bieten hat.
Jetzt ist eine gute Zeit, um auf den EU-Fördermittelzug aufzuspringen. Wir werden bis zum Start der neuen EU-Förderperiode weiter in unserem Fördertipp über die aktuellen Entwicklungen berichten.