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Aus Niederlagen lernen

emcra GmbH,

Was Sie nach einem abgelehnten Antrag tun können

Ablehnungen gehören zum Alltag der Förderpraxis dazu und trotzdem werden sie oft behandelt wie ein Betriebsunfall. Man ärgert sich, sucht impulsiv das Gespräch mit der Mittelvergabe-Stelle, um der Enttäuschung Raum zu geben, oder man verwirft die Idee und bleibt frustriert. Das ist zwar verständlich, aber strategisch zu kurz gedacht. Denn gerade in einer Förderlandschaft, die von Wettbewerb, knappen Mitteln, formalen Hürden und unterschiedlichen Förderlogiken geprägt ist, steckt in einer Absage häufig weit mehr als nur ein Nein. Sie zeigt, wie Fördermittelgeber auf ein Vorhaben blicken, wo Anträge an Passung verlieren, welche Argumente nicht getragen haben und an welcher Stelle Organisationen intern noch nachschärfen müssen. Das gilt für sehr unterschiedliche Kontexte: für Projektförderung, bei der Ziel, Wirkung, Zielgruppe und Förderlogik überzeugen müssen, ebenso wie für gesetzlich gerahmte Förderansprüche, bei denen Behörden Voraussetzungen, Notwendigkeiten und Ermessensspielräume prüfen. In beiden Fällen ist die eigentliche Frage nach einer Absage nicht nur, ob man „noch einmal einreicht“, sondern was das Nein konkret über den Antrag, das Vorhaben, den Förderweg und die interne Arbeitsweise verrät. War die Idee gut, aber im falschen Programm? War die Begründung nicht präzise genug? Fehlte der Nachweis der Förderfähigkeit? Oder verdeutlicht die Absage vielleicht, dass ein Vorhaben intern noch nicht weit genug entwickelt, abgestimmt oder priorisiert war? Gerade deshalb lohnt es sich, Ablehnungen zu analysieren, denn dadurch gewinnen Sie mehr als nur Hinweise für den nächsten Antrag. Sie schärfen die eigene Förderstrategie, verbessern Entscheidungsprozesse und entwickeln ein realistisches Gespür dafür, welches Vorhaben über welche Wege gute Chancen hat. Genau das macht eine professionelle Förderpraxis aus: nicht die Illusion, jede Absage vermeiden zu können, sondern die Fähigkeit, aus ihr die richtigen Schlüsse zu ziehen. 

Sehen Sie eine Ablehnung nicht einfach nur als Nein, sondern als eine Chance. Wer Absagen sauber analysiert, verbessert zukünftige Anträge, Projektideen und die Förderstrategie der gesamten Organisation zugleich.

Eine Absage ist ärgerlich, aber oft auch aufschlussreicher, als es zunächst scheint. Wer nach einem Nein nicht vorschnell aufgibt, sondern genau hinschaut, legt häufig den Grundstein für nachhaltigen Erfolg.

Das Faszinierende am Glücksspiel ist ja: Eigentlich verliert man meistens – und trotzdem machen Menschen mit. Vielleicht, weil wir Wahrscheinlichkeiten nur schwer intuitiv erfassen können. Vielleicht aber auch, weil Hoffnungen und Wünsche unser Handeln stärker prägen, als es uns häufig bewusst ist. Wir neigen dazu, Erfolge und Misserfolge als unausweichliche Konsequenzen unseres eigenen Handelns zu deuten, obwohl uns die tatsächlichen Gründe für den Ausgang einer Situation oft gar nicht bewusst sind.

Genau deshalb ist auch der Umgang mit abgelehnten Förderanträgen so anspruchsvoll. Rein spielt der Zufall, die (vielen) Wettbewerber, die Umstände, mit denen wir zu arbeiten haben, und letztlich unser Geschick im Formulieren von effektvollen Förderanträgen. Woran hat es letztlich gelegen? Unser Fördertipp soll Ihnen bei einer besonnenen Analyse helfen. Dabei kennen die meisten Menschen ähnliche Situationen vermutlich nicht nur aus der Förderpraxis, sondern auch aus anderen Lebensbereichen: Eine Bewerbung auf die Traumstelle wird abgelehnt, und plötzlich beginnt das Gedankenkarussell. Schnell zweifelt man an der eigenen Kompetenz, sucht krampfhaft nach dem einen vermeintlichen Fehler oder zieht aus einer einzelnen Niederlage gleich weitreichende Schlussfolgerungen. Solche Reaktionen sind genauso nachvollziehbar, wie sie falsch sind. 

Bei Förderanträgen ist es ganz ähnlich. Eine Absage kann enttäuschen, frustrieren und entmutigen. Gerade deshalb ist es so wichtig, nicht vorschnell zu urteilen, sondern mit etwas Abstand, Erfahrung und möglichst auch mit dem Blick anderer auf die Situation zu schauen. Wer lernt, Rückschläge professionell einzuordnen, schützt nicht nur die eigene Motivation, sondern verbessert auch die Chancen auf künftigen Erfolg. Denn aus Absagen lässt sich oft mehr lernen als aus einer schnellen Bewilligung. Wir haben in den vergangenen fast 25 Jahren bereits Organisationen kennengelernt, die z. B. erst mit der dritten Version ihres Antrags bei der EU Erfolg hatten. Unser aktueller EU-Antrag wurde bereits vor einem Jahr von einem anderen Lead-Partner eingereicht. Wir haben jetzt den Lead übernommen und versuchen es mit einer völlig überarbeiteten Fassung noch einmal. Warum: Weil wir von den Inhalten und den Zielen des Projektes und von den Kompetenzen des Konsortiums überzeugt sind. Nicht nur bei EU-Förderanträgen gilt: einmal ist keinmal! Ihr solltet erfolgreich scheitern lernen, dann werdet Ihr in unserer komplexen Förderwelt langfristig sicher erfolgreich sein.

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